Eine kleine Forderung – ein großer Dominoeffekt
⚠️Wenn meine Bitte von meinem Gesprächspartner als Forderung wahrgenommen wird und trotzdem erfüllt wird – zum Beispiel aus Angst vor Bestrafung – dann kommt für mich, früher oder später die Stunde der Abrechnung: Ich bekomme die „Rechnung“ für die Gefälligkeiten und werde nicht mehr froh sein, dass ich doch bekommen habe, was ich wollte und wünsche mir, er hätte mir gleich abgesagt...
Ob es wirklich eine Bitte oder doch eine Forderung war, erkennt man an der Reaktion auf eine Ablehnung:
👉 Wenn ein „Nein“ ehrlich akzeptiert wird – war es eine Bitte.
👉 Wenn nicht – dann war es eine Forderung.
Erst kürzlich habe ich diese Idee der gewaltfreien Kommunikation wieder an mir selbst überprüft: meine Erfahrung hat die theoretische Hypothese bestätigt. Wobei ich vermute, dass es gar keine Hypothese war, sondern eine Formulierung der Erfahrung von M. Rosenberg. Aber wie man sagt: Aus der Erfahrung der anderen lernt man nicht – man braucht seine eigene. 🤦♀️
🪃So hat mich mein Mann – nicht absichtlich oder bewusst, sondern auf der Ebene der automatischen Reaktionen – daran erinnert, wie das Erfüllen von Forderungen als Bumerang der Unzufriedenheit zurückkommt und zu Konflikten und Streitereien führt.
💡 Vorgestern, beim Lesen eines weiteren Buches zur gewaltfreien Kommunikation, bin ich wieder auf diese Idee gestoßen und mir wurde klar: der aktuelle Konfliktzyklus mit meinem Mann, der zu diesem Zeitpunkt bereits fast zwei Wochen andauerte, begann mit ein paar Bitten von mir an ihn, die sich im Nachhinein als Forderungen herausstellten. Er erfüllte sie widerwillig.
⚡️⚡️⚡️ Und die Rechnung folgte schnell...
Da er die Forderungen widerwillig erfüllte, wurde er unzufrieden 😠, wenn nicht ärgerlich 😡.
Und es begann eine Kettenreaktion: Von seiner Seite eine proaktive Schutzreaktion „für alle Fälle“ – selbst da, wo es gar keine Forderung von mir gab. Aber woher sollte er das jetzt nun wissen?!
Seine proaktive Schutzreaktion kam in der Form eines präventiven verbalen Schlags🗣, den ich wiederum als Aggression empfand – und wir gerieten in eine Streitspirale.
Das führte zu einem dauerhaft erhöhten Unzufriedenheitspegel auf beiden Seiten. Kleinigkeiten wurden zu Triggern für aggressive, automatische Reaktionen, weil uns schon schlicht die Energie fehlte, innezuhalten und den Weg der gewaltfreien Kommunikation zu wählen. Stattdessen landeten wir auf der Autobahn unserer gewohnten Muster – und alles drehte sich im Kreis.
So kann es laufen:
👉 Von einer kleinen Forderung zu Wochen voller Streit und Spannung – und das alles unbewusst und keineswegs offensichtlich für uns😥
🎉Danke der gewaltfreien Kommunikation, die zu meiner Erkenntnis über Forderungen als Ursache von Schwierigkeiten geführt hat: Gestern konnten mein Mann und ich die Situation klären und den Prozess stoppen;
wir haben uns selbst und einander noch besser kennengelernt und verstanden
und sind einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem friedlichen und glücklichen Miteinander gegangen,
indem wir eine Lösung für eine weitere Art von Situationen gefunden haben, die bei uns entstehen ❤️
Interesse als Kraftquelle
Der Begriff "Interesse" hat sich schon vor etwa 10 Jahren in meinem Weltbild eingenistet. Und gleichzeitig staue ich noch immer wieder, mit welcher Kraft diese Emotion auf mich wirkt: Heute habe ich mich plötzlich auf dem Balkon beim Frühling-Pflege der Pflanzen entdeckt: Ich habe gerade die vertrockneten Zweige von Lavendel und Löwenmaul abgeschnitten. Und ich habe realisiert, dass das bereits der zweite Balkon ist, auf dem ich gieße und schneide. Auf meiner heutigen To-Do-Liste stehen 10 Punkte, aber das Aufräumen auf dem Balkon ist keiner von den 10 :) Und doch habe ich aufgeräumt und bin jetzt voller Kraft und Energie, um die noch verbleibenden 10 Punkte zu erledigen und auch diesen Text zu schreiben 🎉
Wie kann das sein? Weil ich, wenn ich das tue, was für mich von Interesse ist, Kraft tanke bzw. lade meinen Akku🔋. Und voller Energie kann ich dann weiter die Dinge tun, bei denen ich keine Kraft tanke, oder die, für die ich die Energie ausgebe.
Energie brauchen wir nicht nur, um die Punkte von unserer Liste abzuarbeiten, sondern auch für die Interaktion mit anderen.
Zum Beispiel, um in einer Konfliktsituation, in der Lage zu sein, von den gewohnten, eingefahrenen Reaktionen-Autobahnen abzubiegen, die ja im Moment keine großen Kraft- und Energieaufwendungen erfordern, uns aber dorthin führen, wo wir uns unwohl fühlen und wo die eingesparten Kräfte trotzdem später verbraucht werden. Vom Autobahn abzukommen und wie im unberührten Wald im unseren Bewusstseins neue Pfade der Wahrnehmung, der Reaktionen, der Sprache zu bahnen: das erfordert Energie. Energie um ruhiger bleiben zu können, weniger gereizt zu reagieren, neue Konzepte zu verwenden und die Situation so zu lösen, dass es allen langfristig gut geht ❣️🦒
Und wohin hat dich heute dein Interesse geführt? Was hast du heute getan, um deinen Akku aufzuladen?
*Auf dem Bild sind Hyazinthen, die auf meinem Balkon blühen. Wenn ich sie anschaue, tanke ich Kraft auch wenn ich in dem Moment nichts mit ihnen mache: Sie sind meine Quelle langfristiger Freude und langfristigeres Glücks. Aber darüber ein anderes Mal 😉
Seminar? Workshop? Training? – Was bei uns wirklich passiert…
❓Ich werde gefragt, wie viele Menschen bei meinen Seminaren dabei sind – und wie genau sie eigentlich ablaufen.
📚 Ich habe bemerkt, dass das Wort „Seminar“ kann die Assoziationen an große Hörsäle mit hundert Zuhörenden, einem Vortrag im Monolog-Stil, hektischem Mitschreiben oder heimlichem Dösen in der letzten Reihe wecken…
🌟 Bei uns läuft das ganz anders! Die Gruppe besteht aus maximal 10 Personen. Ich gebe Impulse in kleinen Portionen, und nach jeder lade ich die Teilnehmenden ein, sich mittel Übungen mit den vermittelten Ideen zu interagieren – mal individuell, mal in Gruppenarbeit. Die Ergebnisse bringen wir dann zurück in die Runde und besprechen sie gemeinsam.
Man könnte sagen: Es sind eher Trainings oder Workshops als klassische Seminare. Wir begegnen uns als Gruppe im Dialog, im Austausch von Gedanken, Reaktionen, Erkenntnissen und Beobachtungen. Jeder Workshop ist einzigartig – weil wir ihn gemeinsam gestalten.
Es gibt Raum fürs Lachen, traurig sein, Staunen – und vor allem Zeit und Raum, sich selbst bewusst zu begegnen: den eigenen Reaktionen, Handlungen, Kommunikationsmuster zu merken und zu reflektieren. Warum handle ich so? Was will ich damit erreichen? Gelingt es mir eigentlich?
Wir probieren es die Ideen der Bedürfnisorientierten Kommunikation auf sich anzuwenden.
👀 Das Foto oben ist wie ein Schlüsselloch – ein kleiner Einblick in unseren Workshop im März 🌞
Sei das nächste Mal dabei❣️🦒